Unser Jonas von ckjm war beim Haldern Pop Festival und ich bat ihn, mal ein paar Eindrücke zu schildern. Er ist das ganze chronologisch angegangen
Donnerstag war das Wetter erstmal OK, bis auf 5 Minuten Weltuntergang vor den Foals auf der Hauptbühne. Im Zelt sollten eigentlich die tollen Noah & The Whale eröffnen. Als ich im Zelt war, musste ich aber feststellen, dass da Finn. als Ersatz war. Fand ich “nett”, etwas zu ruhig alsEröffnung. Außerdem hat ner den gr0ßen Fehler gemacht, ne Zugabe zu spielen ohne das eine gefordert wurde. Dann kam einer der zwei Restorm-Gewinner, Norman Palm. So ein Singer-Songwriter, der wie ich fand eher daddelige Songs gespielt hat. Absolut nix besonderes. Dabei hat er sich aber immer als großer Künstler gesehen (”Aber die Texte sind alle sehr tiefgründig.”). Außerdem sollte man wenn man The Cure covert nicht mehr auf Boys Don’t Cry zurückgreifen. Doppelt schade war der Auftritt, weil ich weiß das sich ja auch “Uns” Tjian beworben hatte, was ich definitiv lieber gesehen hätte. Danach kamen die Fleet Foxes, die auch live sehr schön diesen leicht sakralen Sound hinbekommen haben. Wirklich gut. Leider hatten sie wohl Monitor-Probleme, so dass zwischen den Songs immer mindestens eine Minute Pause war. Yeasayer danach hab ich wegen Hunger ausgelassen. Soll aber sehr klasse gewesen sein. Dann ging’s auf der Hauptbühne mit den Foals weiter. Während die aufgebauthaben, kam Wayne Coyne von den Flaming Lips kurz auf die Bühne um etwas Konfetti ins Publikum zu schießen
Die Foals dann haben mich sehr überrascht. Unglaublich tight, “four-to-the floor”, irgendwie ein bisserl Talking Heads meets Interpol meets Disko oder so
Und dann natürlich die Flaming Lips. Sämtliches Bühnen Equipement in gelb-orange, auch die Stagecrew in Neon-Feuerwehrköstümen. Während des ganzen Konzerts standen links und rechts an der Bühne jeweils so acht Teletubbies. Coyne ist natürlich in diesem Reisenballon über das Publikum gekrabbelt. Beim Opener Do You Realize? zu jedem “Realize” so viel Konfetti verschossen, wie sonst nur zu Konzert-Enden. Das ganze Konzert über tausende Lichtgimmicks, Luftballons, Nebelkannonen, Konfetti etc. Die Musik hat mich jetzt nicht umgehauen, aber die Show war sooooooooo gut. Im Zelt waren danach noch die Brote als Überraschungsgast, aber da kam man nicht mehr ins Zelt, wenn man die Lips geschaut hat.
Freitag war das Wetter durchgängig wechselhaft, also auch gerne mal Regen. Der zweite Restorm-Gewinner The Dagons - ein Duo mit Gitarre und Sitar/Drums - war grottenschlecht. Eintönige Lieder, keine Stimme der “Sängerin”… Vor allem die Stimme fiel besonders auf, da als nächstes My Brightest Diamond kam, die ja nun mal eine unglaublich gute Stimme hat. Sehr stimmungsvolles Konzert. Auch nett die Geschichte, dass ihr Geiger panische Angst vor Luftballons hat und nicht im Raum sein kann, wenn dort Ballons sind. Sachen gibts… Bernd Begemann danach hat mich sehr überrascht. Ich kannte halt nur ein paar Songs von ihm und fand die nicht so toll. Wäre aber beinahe vor Zwerchfällkrämpfen gestorben
Dann auf der Hauptbühne kurz White Lies gesehen. So halt die Joy Divosion/Interpol-Schiene mit leichtem Killers-Einschlag. Würde mich nicht wundern, wenn man mehr von denen hört, war aber jetzt nicht so mein Ding, als das ich mich für die nassregnen lassen würde. Jack Penate hab ich auch nur ganz kurz gesehen, fand ich eher so gedudel… Joan As Police Woman war ganz übel. Mit 80er-Tina Turner Firsur und silber Glitzerkleid hat sie eine relativ peinliche Show abgezogen. Vor allem musikalisch fand ich kam da gar nichts. Danach dann Kula Shaker. Ich fand die Band nie so wirklich faszinierend, war aber nett anzuschauen. Und danach natürlich ab ins Zelt zu Gisbert. Das Zelt war proppevoll, die Leute (jedenfalls um mich rum) waren verdammt textsicher. Überall glänzende Augen. Und die Band wurde sowas von abgefeiert. Unglaublich gut. Auch die neuen Songs waren (zum größten Teil ;-)) unglaublich gut. Seltsamer Schein hat mich völlig umgehauen. Einfach nur unglaublich gut der Song. Verdammt
Danach noch kurz Kate Nash geschaut. Ich mag die nicht und das haben die letzten Songs auch nicht geändert
Lykke Li hab ich dann ausgelassen, soll aber sehr toll gewesen sein. Die Editors danach waren ganz großes Kino auf der Hauptbühne. Mir fiel’s schwer nach der Hälfte zu Loney, Dear zu gehen. Das hat sich aber schnell gelegt. Ich kannte die Band kaum und was ich gehört hab, war einfach unheimlich schön. Das Publikum hat gebannt zugehört und “lalala” oder “nanana” gesungen, wenn es sollte. Als letzte Band kam dann einer meiner Highlights mit Bohren & dem Club Of Gore. Harter Toback für 3.20 Uhr morgens.Und so war das Publikum dann oft doch nicht so still, wie es die Musik erfordert hätte. Aber trotzdem umwerfend gut. Ich glaub, die einzige Band, die mich ähnlich gefangen genommen hat war Sigur Rós!
Samstag war das Wetter dann endlich gut
Dazu passend dann auch die Bands. Minzkov waren ein guter Placebo-Abklatsch, nett anzuhören. The Dodos danach waren auch sehr prima. Nur Gitarre und Schlagzeug. Ein bisschen Two Gallants mit etwas weniger Wilder Westen… Danach kamen The Heavy. Waren so Richtung Danko Jones mit Curtis Mayfield Einschlag. Der Sänger hat sich erstmal Wiskey-Cola auf der Bühne gemischt und die totale Frontsau gegeben. Mit sowas kriegt man mich live halt immer
Dann wieder eins meiner Highlights mit Okkervil River. Letztendlich war es ein schönes Konzert. Leider kannte und liebe ich nur die alten Alben (Don’t Fall In Love… und Down The River Of…) und von denen haben sie gar nichts gespielt. Auch war die Musik doch viel “schmissiger” als die alten Sachen. Von daher bin ich immer noch im Zwiespalt, wie ich es wirklich fand. Von Jamie Lidell hab ich nur noch den Rest gesehen und wurd dann von Gisbert “überfallen”
Hat mich auch gefreut, mal zu klönen. Lustig war so ein Fan, der sich dann zu uns gesellt hat. Hat dem Wort “Fremdschämen” für mich neue Bedeutung gegeben. Ich versuch mal zusammen zusfassen ;-): Kennt Gisbert über Kumpel, der alles über Musik weiß. Wenn Gisbert Fragen hat, soll er sich an den Kumpel wenden; Er beurteilt die Musik lediglich als “Konsument”; dann der Knüller. Er wundert sich darüber, dass da so ein 60jähriger am Bass steht, findet es aber toll, das Gisbert “so einen von der Straße holt”; dann brichtet er von seiner eigenen Band und meinte, naja man müsse sich halt auch dem Massengeschmack anpassen… Öhmmm, jjjjjaaaa
Ich bin dann zu Iron & Wine Insgesammt hat er zwei unglaublich schöne Songs solo gespielt. Der Rest war mit Band für mich eher so daddelig und zuviel gejammt. Hab aber auch viele gehört, die das sehr schön fanden. Danach kamen The National. Ein einziges Highlight. Traumhaft schöne Songs, zwischendurch immerwieder Ausbrüche. Der Sänger lässt einen aber irgendwie seltsam fühlen. Zappelt rum wie Ian Curtis in Höchstform, schlägt sich so hart mit den Knöcheln aufeinander, das er vor Schmerz zusammen zuckt, beißt sich in die Hand, weint… Mr. November ist einfach nur überwältigend! Zum Abschluss dann noch Maximo Park gesehen. Live waren die natürlich super
Leider kleine Soundprobleme und ein eher lahmes Publikum. Aber klasse. Zu Scott Mathews und Olafur Anands (oder so…) bin ich dann nicht mehr ins Zelt gekommen. Leider soll das Publikum gegen Ende dann doch seh schwatzhaft gewesen sein…
Jo, ich hoffe, ich hab dein Informationsbedürfnis gestillt
Sehr schöne Tage waren das.
Viele Grüße dann
Jonas