Olympiade O.S.T.
Achtung, wichtige Vorabinformation. 15 Omaha-Künstler kennen Sie bereits, dieser hier ist aber etwas anders - lesen Sie die folgenden Zeilen mit Vorsicht - es handelt sich um nichts weniger als die Präsentation eines Konstrukts
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Person? Da fängt es schon an mit den Schwierigkeiten. Olympiade O.S.T. ist keine Band und auch kein Soloprojekt, dem man ein Gesicht zuordnen könnte - es ist vielmehr ein Kollektiv mehr oder minder realer Personen. Doch damit nicht genug. Die Komplexität steigert das Netzwerkkollektiv hinter der Olympiade, in dem es die Olympiade als einen Teil eines noch viel grösseren Überbaus präsentiert - den Galactic Records.
Dort macht man Bekanntschaft mit dem über Reue bloggenden Producer und Grunge-Veteran John Lee Lookgood, der den “right-fi”-Sound erfand und sowieso total berühmt ist oder Claire Sinclär, einer ehemaligen schottischen Soapdiva und mehrfachen Lead-Sängerin, die 2001 in Tokio (wo sonst?) zur Olympiade gestossen ist… Man tummelt sich auf einer galaktischen Spielwiese eines Netzwerkkollektivs auf der Suche nach Wahrheit um sich gleichzeitig schmunzelnd und spiegelnd von eben diesem sinnlosen Unterfangen zu verabschieden und das Feuerwerk, was auf dieser Seite abgebrannt wird einfach nur zu geniessen.
Durchaus Lynch’che Züge also, kreativer Konstruktivismus, ironischer Grössenwahn und eine überbordende, namensreiche Phantasie. Dass das O.S.T. hinter der Olympiade nicht etwa die Himmelsrichtung meint, sondern Original Soundtrack - verwundert spätestens jetzt niemanden mehr.
Wie man schon vermuten kann ist auch die Musik der Olympiade O.S.T. eine stark verwobende, heterogene Mischung - aus grandios arrangierten Versatzstücken, auch gerne mal elektronischer Art, liebevollen Melodien, einer soliden Songwriterbasis und verträumter, mystischer Qualität. Das sich “Soundtrack” im Namen versteckt leuchtet beim Hören ein, denn mit den vielen Samples baut das auch in Performance- und Theaterkunst involvierte Kollektiv mehr als nur Songs, es baut auch ganz viel Visuelles. Das Tempo mit dem dabei vorgegangen wird ist erstaunlich, wie das in Freude über Nacht zusammengebastelt In a hidden track german cowboys get captured by aliens song beweist.
Das als Freeware bezeichnete aktuelle Werk namens Sing me a song then wartet mit 20 Songwelten auf und erinnert so ein bisschen an eine LoFi-Version von Belle & Sebastians Soundtrack-Opus Storytelling. Mit Claire Sinclärs wunderbar gehauchter Stimme wird dem Ganzen neben der Phantasie auch noch eine eindringliche, wahrhaft schöne Note beigemischt. Das macht diese Platte zu einem nicht ganz popuntauglichen, eindeutig omahaqualifizierendem Ereignis.
Homepage | www.galactic-records.com
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